Bild: Eines der Turmfalkennester im HKW Schwarza

Ein HKW als Kinderstube

Turmfalkenjunge im Heizkraftwerk Schwarza

Bei der Energie- und Medienversorgung Schwarza (EMS), einem 100%-Tochterunternehmen der TEAG, gibt es Turmfalkennachwuchs - und das nicht zum ersten Mal. Zwei Paare haben sich in diesem Jahr die Brutkästen am ehemaligen Umlenkturm für ihre Aufzucht ausgesucht. Insgesamt sind elf Küken geschlüpft – einmal fünf und einmal sechs pro Nest.

Herr Erb ist Mitarbeiter im Heizkraftwerk. Normalerweise steuert und überwacht er als „Maschinist Dampferzeuger“ Gas- und Dampfturbinen sowie alle dazugehörigen Anlagen. Zwischen April und Juni ist ein Auge aber auch immer bei den Turmfalken die im HKW brüten. „Seit der Wende sind die Falken hier bei der EMS in Schwarza“ weiß Herr Erb zu berichten.

Bereits kurz nach dem Rückbau der Kohleanlagen wurde ein Naturschutzprojekt in Kooperation mit Ornithologen gestartet. Aussparungen im Mauerwerk des ehemaligen Lagers für Kohle und Bandanlagen wurden genutzt um Nistmöglichkeiten zu bieten. Nach und nach wurde der 35 Meter hohe Turm so zum Paradies für Turmfalken und Dohlen. Brutkästen wurden angebracht und seit 2008 wird die Brut offiziell dokumentiert. Als großer Tierfreund unterstützt Herr Erb das Projekt leidenschaftlich gern.

Bild: Ingo Erb, Vogelpapa und Maschinist im HKW Schwarza
Ingo Erb von der EMS

„Im Schnitt haben wir 8-10 Küken im Jahr, verteilt auf zwei Gelege. Das kommt immer auf die Wetter- und Nahrungslage an. Mäuse sind die bevorzugte Nahrung.

– Ingo Erb, Maschinist & Vogelpapa im HKW Schwarza

Bild: Zwei Turmfalkenküken, noch im Flaum, in ihrem Nest

In diesem Jahr scheinen die Bedingungen besonders gut zu sein. Ununterbrochen sorgen die fleißigen Eltern für Futternachschub um die elf hungrigen Mäuler zu stopfen. Zugefüttert wird nicht. Herr Erb lässt der Natur ihren Lauf. Lediglich zum beringen holen Herr Erb und Ornithologe Ralf Hiller die Küken im Alter von 2 Wochen aus ihrem Nest. Gerade mal etwas über 100 Gramm bringen die kleinen Federknäuel da auf die Waage. Den Rest der Zeit ist er stiller Beobachter. Insgesamt dauert die Aufzucht zwei Monate. Nach einer Brutzeit von 28 Tagen schlüpfen die ersten Küken. Mit etwa 4 Wochen starten sie dann ihre ersten Flugversuche.

„Falken legen ihre Eier übrigens nicht alle gleichzeitig, das schafft so ein kleiner Vogel gar nicht. Sie legen alle 2,3 Tage ein Ei. Das Weibchen dreht die Eier eigenständig. Auch hier wird nicht nachgeholfen.“ erklärt Herr Erb.

Im letzten Jahr musste dann aber doch mal nachgeholfen werden. Ein Küken ist aus dem Nest gefallen und hat sich den Flügel gebrochen. Liebevoll hat Herr Erb das Kleine zum Arzt gebracht und anschließend per Hand aufgepäppelt. Die Bindung wurde in der Zeit so eng, dass die Turmfalkendame sogar auf den Namen Luise hörte. Nachdem sie stark genug war um wieder ausgewildert zu werden, hat Herr Erb sie aber leider nicht mehr wieder gesehen.

In der Regel brüten jedes Jahr andere Turmfalkenpaare an dem Umlenkturm. Prinzipiell birgt das Gelände vom Heizkraftwerk auch keine Gefahren für die Jungtiere. Das Hinausfallen ist zuvor nie vorgekommen. Dennoch hat Herr Erb als zusätzlichen Schutz an allen Brutkästen einen Austritt angebracht.

In den nächsten Tagen wird der gar nicht mehr so kleine Turmfalkennachwuchs flügge. Mal sehen ob sie für ihre eigene Brutaufzucht zur EMS nach Schwarza kommen...

Fotos: © Dajana Golke/TEAG

Bild: Der Turmfalkennachwuchs kurz vor der bevorstehenden Auswilderung

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