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Neue Stromtrasse garantiert Vorfahrt für Ökoenergie

Dienstag, 30. September 2014

Thüringer Energie AG realisiert wichtiges Etappenziel der Energiewende in Nordthüringen

Menteroda (30.9.2014). Mit der offiziellen Inbetriebnahme des neu gebauten Umspannwerkes (UW) Menteroda (Unstrut-Hainich-Kreis) hat die Thüringer Energie AG heute eines der wichtigsten Netzausbauprojekte in Nordthüringen abgeschlossen. Zusammen mit dem ebenfalls neuerrichteten Umspannwerk Ebeleben (Kyffhäuserkreis) sowie dem Neubau einer rund 33 Kilometer langen 110-kV-Hochspannungstrasse zwischen Menteroda, Ebeleben und Greußen wird es künftig möglich sein, bis zu 80 Megawatt (MW) zusätzlicher Leistung aus erneuerbaren Energien in das regionale Netz des kommunalen Unternehmens einzuspeisen.

„Damit haben wir ein wichtiges Etappenziel bei der Umsetzung der Energiewende in Thüringen erreicht und zugleich einen drohenden Netzengpass für die Einspeisung von Ökostrom aus Windkraftanlagen beseitigt“, stellte TEAG-Vorstandssprecher Stefan Reindl fest. „Bereits jetzt stammen 27 Prozent unseres Netzabsatzes aus erneuerbaren Energiequellen“, führte er weiter aus. Mit der Gesamtinvestition von nahezu 20 Millionen Euro werde eine deutliche Verbesserung der Netzqualität und Versorgungssicherheit im gesamten Thüringer Norden bis nach Mittelthüringen gesichert.

Weitere neue Windparks in Planung
Im Versorgungsgebiet zwischen Menteroda und Sömmerda sind derzeit dezentrale Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von 180 Megawatt angeschlossen. Damit war das bestehende Leitungsnetz bereits stark ausgelastet. Durch den Neubau der Hochspannungstrasse sowie der beiden Umspannwerke können nun bereits bestehende Anfragen zum Anschluss weiterer Windparks mit einer Einspeiseleistung von rund 50 Megawatt bearbeitet werden. Für solche Öko-Kraftwerke hat der Gesetzgeber den Netzbetreibern eine Anschlusspflicht auferlegt, die einen weiteren Netzausbau zwingend notwendig macht.

Das in den 1960-er Jahren errichtete alte Umspannwerk Menteroda war ein wichtiger Knoten und Lastschwerpunkt im Nordthüringer Hochspannungsnetz und diente zunächst im Wesentlichen der Versorgung der umliegenden Kali- und Zementindustrie sowie der 30/10-kV-Umspannwerke Ebeleben, Schlotheim und Menteroda/alt mit einer Abnahmeleistung von ca. 12 MW. Um eine Verbesserung der Netzqualität und der Versorgungssicherheit zu erreichen, wurde auf dem bestehenden Betriebsgelände zwischen 2010 und 2012 eine neue leistungsfähige 110/20-kV-Anlage errichtet.

Neue Strom-Freileitung mit 100 Masten
Die zur Aufnahme und Verteilung von Ökostrom, der hauptsächlich aus neugebauten Windkraftanlagen der Region stammt, notwendige neue 110-kV-Freileitung wurde in zwei Bauabschnitten errichtet. Zunächst wurde die Strecke von der bestehenden Leitung Wolkramshausen – Menteroda bis zum UW Ebeleben fertiggestellt. Der 2. Bauabschnitt umfasste die Strecke vom UW Ebeleben bis zum UW Greußen. Als zusätzlichen Verknüpfungspunkt an das Mittelspannungsnetz stellte die TEN Thüringer Energienetze GmbH in diesem Zusammenhang im vergangenen Jahr in Ebeleben ein weiteres 110/20-kV-Umspannwerk fertig. Insgesamt wurden 100 neue Strommasten sowie rund 33 Kilometer Freileitung neu errichtet. Die Kosten für den Leitungsbau betrugen rund 10 Millionen Euro, für das UW Ebeleben knapp vier Millionen Euro.

Die Schaltanlagenkomponenten in den neuen Umspannwerken verkörpern den modernsten Stand der Technik in Energieversorgungsunternehmen. Sie sind gleichzeitig Voraussetzung für die schrittweise Mittelspannungsumstellung von 30/10 kV auf die internationale Normspannung von 20.000 Volt in der Region. Die Umspannwerke werden durch die zentrale Netzleitstelle der TEN Thüringer Energienetze in Erfurt fernüberwacht und ferngesteuert.

15.000 Ökostromerzeuger speisen ins TEN-Netz ein
Die TEN Thüringer Energienetze GmbH ist ein Tochterunternehmen der kommunalen Thüringer Energie AG und für den Betrieb, den Ausbau sowie die Wartung des rund 40.000 Kilometer langen Strom- und Gasnetzes in Thüringen sowie Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts verantwortlich. An das Stromnetz der TEN sind derzeit mehr als 15.000 dezentrale Erzeugungsanlagen für Ökostrom mit einer Gesamtleistung von 1900 Megawatt – das sind rund 80 Prozent der in Thüringen installierten EEG-Erzeugungsleistung – angeschlossen. Damit stammen schon jetzt rund 27 Prozent des Netzabsatzes der TEN aus erneuerbaren Energien.

Die installierte Leistung von EEG-Kraftwerken hat sich im Vergleich zu 2002 versechsfacht und steigt weiter rasant an: Bis zum Jahr 2024 – so aktuelle Szenarien des Thüringer Wirtschaftsministeriums – wird sich die installierte Leistung nochmals verdoppeln und dann rund das Dreifache der sogenannten Spitzenlast im Stromnetz betragen.

Um diese wetterbedingt zeitlich sehr stark schwankenden Mengen an verfügbarem Ökostrom effektiv verteilen und nutzen zu können, investiert die TEN Thüringer Energienetze GmbH seit Jahren in den kontinuierlichen Ausbau und die Automatisierung ihres Stromnetzes. Mit dieser intelligenten Vernetzung sowie Steuerungsmaßnahmen im Last- und Einspeisemanagement trägt die TEN Thüringer Energienetze GmbH bereits heute wesentlich zur Netzstabilität und Systemsicherheit in Thüringen bei. Um den von der Bundesregierung vorgegebenen Zielanteil an erneuerbaren Energien im Netz zu erreichen sind nach Schätzungen der TEN allein im eigenen Netz zusätzliche Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro notwendig.

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