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Der TEAG-Arbeitskreis „Stromgeschichte Thüringens“ forscht  und archiviert

 

Seit 1997 befassen sich ehrenamtliche Fachleute aus der Branche im Arbeitskreis „Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG mit der Entstehungsgeschichte der Energiewirtschaft. Dabei sind über 60 Broschüren und Bücher veröffentlicht sowie 40 Veranstaltungen ausgerichtet und über 300 Exponate gesammelt worden. Der Arbeitskreis geht auf ein Projektvorhaben der TEAG zurück. 

Überblick 

  • Der TEAG-Arbeitskreis „Stromgeschichte Thüringens“ hat sich 1997 gegründet. 
  • Die TEAG unterstützt die Tätigkeiten des Arbeitskreises von Beginn an. 
  • Der Arbeitskreis Stromgeschichte hat über 60 Broschüren und Bücher zu unterschiedlichen Fachthemen um die Energiegeschichte des Freistaates veröffentlicht und 40 Ausstellungen kuratiert. 

Elektrifizierung: Skepsis und neue Chancen

Matthias Wenzel führt den TEAG-Arbeitskreis Stromgeschichte.
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Der Elektrifizierung schlägt noch bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts eine gehörige Skepsis entgegen, auch wenn sie das Leben von vielen Menschen revolutionierte, so Matthias Wenzel, Mitarbeiter im Bereich „Klassische Kommunikation“ der TEAG und Gründungsmitglied des Arbeitskreises „Stromgeschichte Thüringens“.  

Viele Menschen befürchten, dass von Stromleitungen schädliche elektromagnetische Strahlung ausgehen würde, die zu schlechten Ernten und niedrigeren Geburtenraten bei Menschen und Haustieren führen könnte, nachweislich ein Irrglaube. „Auch den Ärger über Stromtrassen, die das Landschaftsbild beeinträchtigen würden, gab es schon vor über 100 Jahren“, so Matthias Wenzel. „Das ist nichts Neues.“ 

Die Elektrifizierung verändert die Lebensverhältnisse, beginnend am Ende des 19. Jahrhunderts, zunächst in Städten, deutlich. Durch elektrische Beleuchtung, vorrangig an repräsentativen Gebäuden, später durch Straßenlaternen an großen Plätzen und durch Leuchtreklamen wird in den industriellen und wirtschaftlichen Zentren die Nacht zum Tag. 

Dynamo und Elektromotor elektrisierten Produktionsprozesse in den Fabriken. Sie verdrängen die Dampfmaschine und ermöglichen einen flexiblen Einsatz von Antriebssystemen. Diese Innovationen erhöhen die Produktivität deutlich. In den 1930er Jahren wird der Stromanschluss dann auch im ländlichen Raum zur Normalität. 

Die erste nachweisliche Stromnutzung in Thüringen erfolgt Ende 1877 in der Fabrik von Louis Hirsch in Gera. Waren es zunächst Fabrikanten und Mühlenbetreiber, die die Vorteile des Stroms für ihre Produktion erproben wollten, begann 1887 mit der elektrischen Straßenbeleuchtung im Bereich Rathaus und Fischmarkt in Erfurt der öffentliche Stromeinsatz. Etwa 35 Jahre später, mittlerweile waren etwa 90 Prozent der thüringischen Städte und Gemeinden elektrifiziert, wird im Oktober 1923 in der damaligen Landeshauptstadt Weimar die „Thüringische Landeselektrizitätsversorgungs A.G. Thüringenwerk“ – der historische Vorläufer der TEAG - mit der landesweiten Stromversorgung beauftragt. Eine große Herausforderung, auch aufgrund der komplexen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, kurz nach der Gründung des Landes Thüringen im Jahr 1920. 

Gründung des Arbeitskreises Stromgeschichte 

Zur 75-jährigen Wiederkehr der Gründung des Thüringenwerks, formierte sich, auf Initiative der TEAG, im September 1996 eine Arbeitsgruppe. Diese sollte die inhaltliche Vorbereitung des Jubiläums übernehmen und eine Materialsammlung für eine Festschrift und für eine geplante mehrmonatige große Ausstellung erarbeiten. Damit war der Grundstein für den Arbeitskreis zur Stromgeschichte gelegt. 

Matthias Wenzel und weitere Fachleute wie Walter Schossig, Netzschutzingenieur der TEAG, Siegmar Neuhaus, Leiter der ehemaligen Netzbefehlsstelle Gotha, sowie Dr. Peter Glatz, Physikdozent an der Pädagogischen Hochschule Erfurt, fanden sich und mussten feststellen, dass es in Bezug auf die Energiegeschichte in Thüringen weder an den Hochschulen noch in Unternehmen systematische historische Sammlungen gab.  

Auf Initiative der TEAG und aus dem großen persönlichen und beruflichen Interesse der Experten heraus, entstand 1997 mit dem Arbeitskreis eine Gruppe aus Ingenieuren, Technikern, Historikern und Energiefachleuten, die sich der Aufarbeitung der Strom- und im späteren auch der Gasgeschichte in Thüringen widmete. 

  • Matthias Wenzel zeigt eine Karte des TEAG-Arbeitskreises Stromgeschichte.
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    Aktuelle Projekte

    Wer mehr über den Arbeitskreis „Stromgeschichte Thüringen“ erfahren oder eine der Dokumentationen zur regionalen Energiegeschichte bestellen will, findet weitere Infos unter www.ak-stromgeschichte-thueringens.de.

Broschüren, Bücher und Ausstellungen mit Insiderwissen

Matthias Wenzel führt den TEAG-Arbeitskreis Stromgeschichte.
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Aktuell besteht der Arbeitskreis „Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG aus 17 Personen. Es handelt sich zum großen Teil um ehemalige Mitarbeiter der TEAG-Gruppe.  

Axel-Rainer Porsch, ehemaliger Störungsingenieur in der Netzführung der TEAG, leitet den Arbeitskreis seit Oktober 2006.

 

Die Fachleute sammeln und sichten Dokumente und Fotos. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Unterlagen zum Trassenbau, um Netz- und Anlagenpläne sowie Projektunterlagen. Aus den gesammelten Schriftstücken, Erinnerungen und Forschungsarbeiten entstehen regelmäßig gedruckte Broschüren, die seit vielen Jahren ein interessiertes Fachpublikum finden. Der Arbeitskreis stellt sein Insiderwissen außerdem als Quelle für Bücher und Zeitschriftenartikel zur lokalen und thüringischen Energie- und Technikgeschichte zur Verfügung. Weiterhin bleibt der Aufbau und die Strukturierung eines Archivs zur Strom- und Gasgeschichte ein zentrales Anliegen. 

Strom als Rückgrat der Energiewende

Matthias Wenzel führt den TEAG-Arbeitskreis Stromgeschichte.
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Heute spielt der Strom eine zentrale Rolle für die Gestaltung der Energiewende: Solaranlagen, Windräder, Wärmepumpen und Ladepunkte gilt es in das Stromnetz zu integrieren. 

Zudem speisen zahlreiche aktive Verbraucher selbst Strom ins Netz ein. Dabei handelt es sich vermutlich um den größten Entwicklungsschritt in der Stromgeschichte Thüringens, so Matthias Wenzel.

In der Zukunft wird der Anteil von erneuerbaren Energien weiter zunehmen, ist sich Matthias Wenzel sicher. Auch mit Blick auf die Wärmeplanung wird grüner Strom eine wichtige Rolle spielen. Die fossilen Energien werden nach und nach abgelöst.

Wer weiß, wie die Stromversorgung dann in 100 Jahren aussehen wird“, überlegt Matthias Wenzel abschließend. „Der technologische und wissenschaftliche Fortschritt der letzten Jahre lässt uns aber positiv in die Zukunft blicken.“

– Matthias Wenzel

  • Ihr Ansprechpartner

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    Matthias Wenzel führt den TEAG-Arbeitskreis Stromgeschichte.
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