Presse

Kolben statt Turbinenschaufeln

Montag, 16. Juni 2014

Thüringer Energie verwertet in Grabe mit neuen Gasmotoren letztes Thüringer Erdgas

Mühlhausen. (16.6.2014) Im Gasturbinenkraftwerk Grabe bei Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis) sind heute zwei neue Gasmotoren in Betrieb genommen worden. Die beiden rund 30 Tonnen schweren, 16-Zylinder-Kolbenmotoren ersetzen zwei Gasturbinen, die bis zum Vorjahr über angeschlossene Generatoren elektrischen Strom erzeugten. Am Standort Grabe sowie im benachbarten Merxleben verwertet die Thüringer Energie AG die letzten Thüringer Erdgasvorkommen zur Stromerzeugung.

„Die neue Anlage ist ein weiterer Baustein in unserer dezentralen Erzeugungsstrategie, die uns in die Lage versetzt, Strom effizient vor Ort auch dann zu erzeugen, wenn Wind und Sonne mal eine Pause einlegen“, erklärte Vorstandssprecher Stefan Reindl beim gemeinsamen symbolischen Knopfdruck mit dem Bürgermeister von Weinbergen, Hans-Martin Menge. Mit Blick auf den lokal vorhanden Brennstoff Erdgas verwies er darauf, dass in dem Kleinkraftwerk im Wortsinne rund um die Uhr Thüringer Strom erzeugt werde. Damit ergänze die 2,5-Millionen-Euro-Investition perfekt das Bestreben des Unternehmens, die regenerative Energieerzeugung in Thüringen weiter auszubauen.

Erdgasquellen ergiebiger als erwartet
Der Einbau der neuen Gasmotoren war notwendig geworden, da sich der Gasdruck in den natürlichen Erdgasvorkommen rund um Grabe in jüngster Zeit spürbar auf derzeit etwa 12 bar verringert hat. Ein dauerhaft sicherer Betrieb von Gasturbinen, die einen Mindestdruck von 15 bar benötigen, war daher nicht mehr möglich. Kolbenmotoren benötigen dagegen nur 4 bar Eingangsdruck und können die Stromerzeugung in Grabe langfristig sichern. Weiterer positiver Aspekt der Umrüstung: Die neuen Motoren sind im Betrieb schadstoffärmer und besitzen einen deutlich höheren Wirkungsgrad.

Der Druckabfall in den lokalen Erdgasquellen um Grabe kam für die Thüringer Energie AG nicht überraschend. Ursprünglich war man bei dem 1996 in Betrieb gegangenen Gasturbinenkraftwerk von einer Laufzeit bis 2004 ausgegangen. Da sich die Gasquellen jedoch ergiebiger zeigten als prognostiziert, konnte die Anlage bis heute betrieben werden. Die aktuellen Berechnungen gehen nun davon aus, dass noch genug Erdgas in der Lagerstätte vorhanden ist, um die jetzt installierten Motoren die nächsten 20 Jahre in Betrieb zu halten.

Thüringer Strom für 12.000 Haushalte
Die Motoren mit einer Leistung von insgesamt rund 5 Megawatt wurden von einer Spezialfirma in Österreich hergestellt. Jährlich können in Grabe dann rund 36 Gigawattstunden Strom erzeugt werden, die direkt ins Mittelspannungsnetz der Thüringer Energie eingespeist werden. Dies entspricht dem Jahresstrombedarf von 12.000 Haushalten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.000 kWh jährlich.

Verwertbare natürliche Erdgasvorkommen sind in Thüringen sehr selten. Neben der Region um Grabe gibt es noch Restvorkommen in Merxleben bei Bad Langensalza. Auch dort nutzt Thüringer Energie die Erdgasquelle zur Stromgewinnung - ebenfalls über einen großen Gasmotor. Die Lagerstätte Grabe wird seit den 1930er Jahren genutzt. Sie besteht aus mehreren Erdbohrungen - sogenannten Sonden – die teilweise eine Tiefe bis zu 1.200 Metern erreichen. Die Gasgewinnung erfolgt durch den natürlichen Druck der Lagerstätte, es werden keine zusätzlichen Verfahren – wie etwa Fracking – angewendet. Die Gaskraftwerke Grabe und Merxleben laufen automatisch: Steuerung und Überwachung erfolgen von der Leitstelle des Heizkraftwerkes Bad Salzungen aus.

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