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Montag, 13. Januar 2020

Eine Tankstelle für Wasserstoffautos
biela.design/stock.adobe.com

Die Forderungen nach klimafreundlichen Alternativen zum Pkw nehmen zu. Während E-Fahrzeuge längst im Straßenverkehr angekommen sind, sieht man Wasserstoff-Automobile eher selten. Dabei gilt der Wasserstoffantrieb als ein Hoffnungsträger der CO2-neutralen Mobilität. Was ist dran?

Was viele nicht wissen: Das H2-Mobil wird mit Elektrizität betrieben. Beinahe jedes Wasserstoff-Auto fährt mit einem Brennstoffzellen-System, das den Kraftstoff „Wasserstoff“ in elektrische Energie umwandelt, um den Elektromotor zu betreiben. Darum handelt es sich bei Wasserstoff-Autos also genaugenommen um Elektrofahrzeuge.

Im Gegensatz zum klassischen E-Mobil weisen Fahrzeuge mit Brennstoffzellen bereits eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern auf. Auch die Betankung geht schneller – vorausgesetzt man findet eine H2-Tankstelle. Deutschlandweit gibt es derzeit 81 Stück (Stand: Januar 2020). Die erste Tankstelle in Thüringen soll, laut Anbieter H2 Mobility, im Februar 2020 in Erfurt in Betrieb genommen werden. Den Vergleich zur Ladeinfrastruktur der E-Autos kann das H2-Fahrzeug trotzdem nicht standhalten: Allein im Freistaat sind über 540 Ladepunkte vorhanden. Darüber hinaus setzen auch die Automobilhersteller weiter auf Elektromobilität. Auf dem Markt gibt es derzeit wenige hochpreisige Wasserstoff-Pkw-Modelle von Toyota, Hyundai, Honda oder Mercedes.

Dennoch schließen Umweltexperten die Wasserstoffmobilität als Technologie der Zukunft nicht aus. Insbesondere in Bereichen des Nutzverkehrs oder Personentransports, wie Bus und Bahn, kann Wasserstoff eine sinnvolle Ergänzung zum batterieelektrischen Verkehr darstellen. Egal ob E- oder H2-Fahrzeug: Wie CO2-neutral die Mobilität ist, hängt letztlich auch von der Herstellung ab.

Fakten zum Wasserstoff

  • Wasserstoff ist ein brennbares Gas und das kleinste chemische Element mit dem Symbol H2.
  • Das derzeit bedeutendste Verfahren zur Wasserstoffgewinnung in der Industrie ist die Dampfreformierung. In diesem chemischen Prozess wird fossiles Erdgas in mehreren Schritten unter Zugabe von Wasserdampf und Wärme zu Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid aufgespalten.
  • Die Gewinnung von „grünem“ Wasserstoff erfolgt durch Elektrolyse aus Wasser unter Einsatz von erneuerbaren Stromquellen. In diesem Prozess wird Wasser, also H2O, in seine Bestandteile Wasserstoff H2 und Sauerstoff O zerlegt.
  • Als Zwischenschritt hin zur Dekarbonisierung kann auch CO2-neutraler Wasserstoff aus fossilem Erdgas unter Abspaltung des Kohlenstoffs oder Kohlenstoffdioxids gewonnen werden.

Quellen: ADAC, h2.live

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