Paul-Philipp Braun/TEAG

Heizkraftwerk Schwarza: Verlässliche Wärme- und Energieversorgung

Ein Besuch im TWS-Heizkraftwerk und der Jass-Papierfabrik.

Das Heizkraftwerk Schwarza liefert rund um die Uhr Wärme für die Region Saalfeld-Rudolstadt und Prozessdampf für die Industrie. Ein Besuch im TWS-Heizkraftwerk und der Jass-Papierfabrik.

Überblick

  • Das Heizkraftwerk Schwarza versorgt die Region mit Wärme und die Industrie mit Prozessdampf.
  • Die TEAG-Tochter TWS Thüringer Wärme Service GmbH und die Adolf Jass GmbH setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit in Schwarza fort.
  • Versorgungssicherheit hat – unabhängig von Verbräuchen und Wetterlage – höchste Priorität für die TWS.

Schornstein des Kraftwerks in Kahla als Orientierungspunkt

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Mit seinen 150 Metern Höhe überragt er alles und ist zwischen Rudolstadt und Saalfeld die Landmarke schlechthin: der Schornstein des Kraftwerks Schwarza.

Frank Merkel ist im Kraftwerk für die technischen Abläufe verantwortlich. Er kümmert sich darum, dass hier alles läuft. „Wir sind ein wichtiger Baustein in der Wärmeversorgung der Region“, erzählt Merkel, während sein Blick über scheinbar endlose Rohrbrücken schweift.

Rund 533 Gigawattstunden (GWh) Wärme erzeugt das Kraftwerk in Schwarza – genug, um die Fernwärmeversorgung der ganzen Region sicherzustellen. Hinzu kommen 135 GWh an Stromerzeugung und 26 Millionen Normkubikmeter Dampf. Das Kraftwerk ist ein wahrer Kraftprotz. Und einer, der nicht pausieren darf: Wärme, Dampf und Strom müssen rund um die Uhr verfügbar sein, im Winter genauso wie an heißen Sommertagen. Die Versorgungssicherheit hat für Merkel und seine Kollegen oberste Priorität im Tagesgeschäft.  

Vom Chemiekombinat zum Gas- und Dampf-Kraftwerk

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Dass im Schwarzatal ein solch mächtiger Energieerzeuger steht, hat seine geschichtliche Bedeutung – und auch davon weiß Frank Merkel zu berichten. In den 1930er Jahren sei hier eine große Chemieanlage, die Thüringische Zellwolle AG, entstanden. Ab 1943 stellte das Werk die Synthetikfaser Perlon her. Zu DDR-Zeiten wurde aus der riesigen Anlage der Stammsitz des Chemiefaserkombinats „Wilhelm Pieck“. In den 1970er und 1980er Jahren waren mehr als 6000 Menschen in der gut 1,2 Quadratkilometer großen Industrieanlage beschäftigt, hinzu kamen eigene Kindergärten, Polykliniken und Kulturangebote mit weiteren Mitarbeitenden. Und selbstverständlich brauchte eine solche Anlage auch eine eigene Energieerzeugung. Das damalige Kohlekraftwerk lieferte sie.

Nach der Wende und mit dem Niedergang der energiehungrigen Industrie wurde auch das Kraftwerk in Schwarza verändert. „Im Wesentlichen bestand diese Veränderung damals darin, dass der Energieträger gewechselt wurde und man sich auf die Erzeugung von Dampf und Wärme konzentrierte“, sagt Frank Merkel. Seitdem ist das einstige Kohlekraftwerk nun ein Gas- und Dampf-Kraftwerk (GuD) – und in dieser Eigenschaft weiterhin gefragt. Das Heizkraftwerk versorgt beispielsweise Bad Blankenburg, Schwarza und weitere umliegende Gebiete seither mit Fernwärme.

Papierfabrik Adolf Jass als wichtiger Großkunde in Schwarza

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Doch auch wenn das große Chemiekombinat im heutigen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt inzwischen längst geschlossen ist, steht seit 2005 ein anderer Großabnehmer an dessen Standort: eine Papierfabrik der Adolf Jass GmbH. Vor ihrem Werkstor ist der Schornstein des Kraftwerks der TWS  Thüringer Wärme Service GmbH, einer Tochter der TEAG-Gruppe, hervorragend zu sehen.

Keine 600 Meter liegen zwischen dem Kraftwerk der TWS und der Fabrik von Jass. Eine nachbarschaftliche Nähe, die eine Zusammenarbeit zu beiderseitigem Nutzen ermöglicht,  

insbesondere weil in der Papierherstellung eine große Menge Prozessdampf notwendig sei: „Den können wir mit unseren starken Turbinen mühelos liefern und damit die Herstellung selbst unterstützen“, erläutert Rico Bolduan, Geschäftsführer der TWS.

Trinkwasser ist für die Dampferzeugung ungeeignet: Gelöster Kalk würde die Rohre zusetzen, Salze würden die Turbinenschaufeln beschädigen und gelöster Sauerstoff zu massiver Korrosion führen. „Deshalb nutzen wir vollentsalztes Wasser“, erklärt Frank Merkel. Erst durch diese chemische Aufbereitung ließen sich teure Kesselschäden und gefährliche Salzablagerungen im Kraftwerk zuverlässig verhindern. Das Wasser dafür kommt aus der Saale, die direkt unterhalb des Kraftwerks fließt und auch in trockenen Sommern einen ausreichend hohen Pegelstand – gerade für die geringe Entnahmemenge des Kraftwerks – hat. Auch das gehört zur Versorgungssicherheit: Selbst in Trockenperioden bleibt die Erzeugung von Wärme und Dampf damit gesichert.

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Jass und TWS wird fortgesetzt

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Für die Adolf Jass-Papierfabrik waren dies 2005 hervorragende Grundvoraussetzungen, um sich in Thüringen anzusiedeln und rund 500 000 Jahrestonnen Wellpappenrohpapier herzustellen. Der Technische Geschäftsführer, Michael Habeck, erinnert sich gut an diese Zeit.

„Wir haben damals geschaut, wo wir die besten Ausgangsbedingungen für einen neuen Standort finden. Dass wir nach Schwarza gekommen sind, lag insbesondere an der guten Infrastruktur des Standorts. Durch das bestehende Kraftwerk war vieles schon vorhanden: Es gab bereits eine Wasseraufbereitung sowie Kesselanlagen für eine Dampf-, Wärme- und Stromerzeugung. Es war ebenfalls eine Anbindung an das öffentliche 110 Kilovolt-Stromnetz vorhanden und im Zuge der Ansiedlung wurde ein Gleisanschluss errichtet.“

Inzwischen produziert die Papierfabrik Jass seit mehr als 20 Jahren Wellpappenrohpapier in Schwarza. In diesem Jahr hat Jass die Kooperations- und Liefervereinbarung mit der TEAG-Tochter TWS verlängert. Es sei eine gute Partnerschaft vor Ort, sagt Michael Habeck. Für die TEAG-Gruppe, zu der die TWS gehört, ist das mehr als eine gelungene Nachbarschaft: Sie zeigt, wie Energieinfrastruktur zum Standortfaktor wird. Wo Wärme, Dampf und Strom verlässlich verfügbar sind, entstehen Investitionen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region.

Partnerschaft weiter ausbauen

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Wenn es nach TWS-Geschäftsführer Rico Bolduan geht, könnte diese Partnerschaft künftig sogar noch weiter ausgebaut werden. Gemeinsam wollen die Adolf Jass GmbH und die TWS in Zukunft kleine Produktionsstopps zum Wärme-Mehrwert umwandeln.

„Ablaufbedingt kommt es immer wieder vor, dass es in den Maschinen zu Papierabrissen kommt. Dann stehen die Anlagen bei Jass still, der Dampf wird aber weiterhin erzeugt und der Fabrik zugeleitet“, erklärt Rico Bolduan. Während dieser punktuell nicht genutzte Dampf aktuell über ein Ventil abgelassen werde, würde die TWS ihn gern nutzen und die Wärme ins Fernwärmenetz einspeisen. Technisch sei dies, erklärt Rico Bolduan, recht unkompliziert möglich und auch die Papierfabrik habe hierfür schon ihre Zustimmung signalisiert. Es sind jedoch noch einige bürokratische Hürden zu beseitigen, um diese Idee in die Tat umzusetzen, so Bolduan.

Zurück im Kraftwerk. Beeindruckend wirkt nicht nur der Schornstein, sondern auch die Schaltwarte. Von hier aus steuern Mitarbeiter die Energieerzeugung. Neben großen Bildschirmen und zahlreichen Computern findet sich hier auch ein gerahmtes Stück Papier. Es ist das erste Produkt, das 2005 auf eine Rolle lief und bis heute den rund 35 Mitarbeitenden des Kraftwerks als Zeichen des guten Miteinanders zwischen lokaler Industrie und dem Energieerzeuger dient.