Papierfabrik Adolf Jass als wichtiger Großkunde in Schwarza
Paul-Philipp Braun/TEAG
Doch auch wenn das große Chemiekombinat im heutigen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt inzwischen längst geschlossen ist, steht seit 2005 ein anderer Großabnehmer an dessen Standort: eine Papierfabrik der Adolf Jass GmbH. Vor ihrem Werkstor ist der Schornstein des Kraftwerks der TWS Thüringer Wärme Service GmbH, einer Tochter der TEAG-Gruppe, hervorragend zu sehen.
Keine 600 Meter liegen zwischen dem Kraftwerk der TWS und der Fabrik von Jass. Eine nachbarschaftliche Nähe, die eine Zusammenarbeit zu beiderseitigem Nutzen ermöglicht,
insbesondere weil in der Papierherstellung eine große Menge Prozessdampf notwendig sei: „Den können wir mit unseren starken Turbinen mühelos liefern und damit die Herstellung selbst unterstützen“, erläutert Rico Bolduan, Geschäftsführer der TWS.
Trinkwasser ist für die Dampferzeugung ungeeignet: Gelöster Kalk würde die Rohre zusetzen, Salze würden die Turbinenschaufeln beschädigen und gelöster Sauerstoff zu massiver Korrosion führen. „Deshalb nutzen wir vollentsalztes Wasser“, erklärt Frank Merkel. Erst durch diese chemische Aufbereitung ließen sich teure Kesselschäden und gefährliche Salzablagerungen im Kraftwerk zuverlässig verhindern. Das Wasser dafür kommt aus der Saale, die direkt unterhalb des Kraftwerks fließt und auch in trockenen Sommern einen ausreichend hohen Pegelstand – gerade für die geringe Entnahmemenge des Kraftwerks – hat. Auch das gehört zur Versorgungssicherheit: Selbst in Trockenperioden bleibt die Erzeugung von Wärme und Dampf damit gesichert.