Jetzt einstiegen: Wir klären über die Mythen der Elektromobilität auf.
Carlo Bansini/TEAG

Aufgeklärt: Mythen der Elektromobilität

Wir klären über die hartnäckigsten Mythen auf.

Im Jahr 2019 wurden deutschlandweit rund 109.000 Elektrofahrzeuge zugelassen. Die Zulassungszahlen entwickeln sich positiv und der Marktanteil der E-Mobile stieg im vergangenem Jahr von zwei auf drei Prozent. Damit überholte Deutschland den europäischen Spitzenreiter Norwegen und lag im weltweiten Vergleich erstmals hinter China und den USA (Quelle: Electromobility Report 2020, Center of Automotive Management). Trotzdem halten sich gegenüber der Elektromobilität zahlreiche Vorurteile, sodass Skeptiker lieber am Verbrennungsmotor festhalten. Wir klären über die hartnäckigsten Mythen auf.

In Deutschland gibt es bereits 21.100 öffentliche Ladepunkte (Stand: April 2020).
Julia Friese/TEAG

Mythos 1: Es gibt nicht genügend Ladepunkte im öffentlichen Raum.

In Deutschland gibt es bereits 21.100 öffentliche Ladepunkte (Stand: April 2020). Bis 2030 sollen es eine Million sein. In Thüringen stehen mehr als 600 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Davon werden allein 178 von der TEAG Thüringer Energie betrieben. Um die Mobilitätswende in Thüringen voranzutreiben, arbeiten TEAG und Thüringer Stadtwerke seit 2017 in einem deutschlandweit einmaligen Gemeinschaftsprojekt zusammen. So soll der Ausbau der Ladeinfrastruktur thüringenweit beschleunigt werden. Unter maps.ladenetz.de können Lademöglichkeiten gefunden werden.
 

Von Erfurt aus kann´s also ohne Zwischenstopp bis nach Berlin, Köln, München oder Prag gehen.
Julia Friese/TEAG

Mythos 2: Mit einer Ladung komme ich nicht weit.

Laut dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung legen ca. 80 Prozent der privaten PKW in Deutschland täglich eine Strecke von weniger als 60 Kilometer zurück (Quelle: Fraunhofer ISI: Gesellschaftspolitische Fragestellungen der Elektromobilität). Diese Strecken sind mit einem E-Auto problemlos zu bewältigen. Die Reichweite eines E-Autos ist u.a. von der Fahrzeugklasse abhängig: Generell lässt sich aber festhalten, dass die Reichweiten stetig ansteigen. Während ein Kleinwagen wie der SKODA Citigo mit bis zu 260km Reichweite punkten kann, erreichen größere Modelle, wie der Hyundai Kona, mit 64kWh bereits eine Reichweite von bis zu 449 km. Von Erfurt aus kann´s also ohne Zwischenstopp bis nach Berlin, Köln, München oder Prag gehen. Mit einen Zwischenstopp geht es bis an die Ostsee.

Der Hyundai Kona ist übrigens neben zahlreichen anderen Modellen im TEAG-AutoPaket erhältlich. Einen Überblick über unsere Paketlösungen sowie einen Online-Konfigurator finden Sie auf der TEAG-Website.
 

80 Prozent der Ladungen finden zu Hause oder auf Arbeit statt.
Julia Friese/TEAG

Mythos 3: Das Laden dauert zu lange.

Auch wenn ein E-Auto über die nötige Reichweite verfügt, rückt oftmals die Ladezeit in den Mittelpunkt der Kritik. Diese ist aber völlig unbegründet: Denn bereits bei einem Kleinwagen, wie dem Opel Corsa-e, dauert eine komplette Schnellladung mit 100 kWh gerade einmal 30 Minuten. Auf Langstrecken wird empfohlen den Akku nur bis zu 80 Prozent zu laden, da sich danach die Ladezeit verlängert.

Mythos 4: Das Laden ist zu kompliziert.

Das Laden eines Elektroautos wirkt für viele Menschen auf den ersten Blick kompliziert. Die Praxis zeigt jedoch, dass es kinderleicht ist: In unter 20 Sekunden ist das Auto an die Ladesäule angeschlossen. Anschließend muss der Ladevorgang nur noch mit der TEAG-Ladekarte autorisiert werden und das Fahrzeug beginnt zu laden. Weiterhin finden 80 Prozent der Ladungen zu Hause oder auf der Arbeit statt. Während der Halter schläft oder Geld verdient, kann sich die Batterie in acht bis zwölf Stunden aufladen. Die restlichen 20 Prozent entfallen auf Ladestationen im öffentlichen Raum. Beispielsweise kann das Auto so bequem während eines Einkaufs oder einer kurzen Pause an der Autobahn innerhalb von 15 bis 20 Minuten aufgeladen werden In dieser Zeit lädt beispielsweise ein Audi e-tron an einer Schnellladesäule mit 150 kWh genug Energie für eine Reichweite von 250 km.

Im Video fassen die TEAG-Mobilitätsexperten Julian Schaal und Paul Felix Bergner die hartnäckigsten Mythen rund um das Aufladen eines E-Autos zusammen:

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Mythos 5: Es gibt nicht ausreichend Strom für Elektroautos.

Auf deutschen Straßen sollen laut Maßnahmenpaket der Bundesregierung schon bald eine Million E-Autos unterwegs sein. Laut Berechnungen des Fraunhofer Instituts hätten diese einen Stromverbrauch von drei Terrawattstunden (TWh), was nur 0,6 Prozent des deutschen Stromverbrauchs entspricht (Quelle: Fraunhofer ISI: Gesellschaftspolitische Fragestellungen der Elektromobilität). In Zukunft geht es vielmehr um die Verteilung der zusätzlichen Netzlast durch E-Fahrzeuge. Intelligente Laststeuerung der Ladeinfrastruktur gibt es aber schon heute um Lastspitzen zu vermeiden. Am TEAG-Campus der Hauptverwaltung in Erfurt werden solche Entwicklungen in Kombination mit Smart-Meter-Technik bereits erprobt.
 

Das E-Auto bewährt sich auch im Gebirge und strengen Winter.
Carlo Bansini/TEAG

Mythos 6: E-Autos kommen im Winter an ihre Grenzen.

Das E-Auto bewährt sich auch bei strengen Wintern und im Gebirge. Insbesondere auf Kurzstrecken, zwischen zehn und 40 Kilometern, kann das Elektroauto seine Stärken ausspielen. Denn Warmlaufen braucht ein E-Auto nicht, verschleißt also bei kurzen Einsätzen deutlich weniger. Und in den Bergen fühlt es sich auch wohl. Bergab bremst der Motor und speist Energie in die Akkus zurück, statt unnötig Reibungswärme zu vergeuden und Bremsscheiben zu verschleißen. Bergauf kann der anzugstarke E-Motor seine ganze Agilität nutzen.
 

Im Frühjahr 2020 testete der ADAC die verschiedenen Antriebsformen.
Carlo Bansini/TEAG

Mythos 7: E-Autos sind zu teuer.

Im Frühjahr 2020 testete der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) die verschiedenen Antriebsformen im Alltag und stellte die Kosten gegenüber – mit einem überraschenden Ergebnis: Laut Vergleich des ADAC fahren einige E-Autos schon heute günstiger als vergleichbare Benzin- und Dieselfahrzeuge. Neben sinkenden Kaufpreisen auch bedingt durch die höheren Zuschüsse beim Kauf eines E-Modells sowie höheren Stückzahlen, gilt es insbesondere die zusätzlich anfallenden Kosten zu betrachten. Dazu zählen Steuern, Kraftstoff bzw. Strom, Versicherungen und Reparaturen. Der BMW i3 ist beispielsweise mit 49,8 Cent pro Kilometer rund 6 Cent günstiger als der vergleichbare BMW 118i (Benzin) und fast 8 Cent günstiger als der BMW 118d (Diesel).

Weiterführende Informationen zum Kostenvergleich des ADAC sind in unserer News „Elektromobilität: umweltfreundlicher Luxus oder bezahlbar für alle?“ zu finden.

Mythos 8: Elektrofahrzeuge sind Umweltsünder.

Entscheidend für die CO2-Bilanz von E-Autos ist der Strommix, also aus welchen Energiequellen der Strom erzeugt wird. In Deutschland haben Kohle, Erdgas, Kernenergie sowie erneuerbare Energien die wichtigsten Anteile am Strommix. Für die Berechnung der CO2-Bilanz eines E-Autos wird aber häufig der chinesische Strommix angenommen, da ein Großteil der Batterieproduktion hier stattfindet. In Deutschland wächst allerdings der Anteil am Ökostrom stetig – dass Laden des Fahrzeuges durch Ökostrom aus erneuerbaren Energien verbessert die CO2-Bilanz eines E-Autos deutlich. So lädt man an einer öffentlichen TEAG-Ladesäule, sowie mit einem TEAG-Stromtarif für Zuhause immer mit 100-prozentigen Ökostrom, erzeugt aus Wasserkraft.

Noch besser: Mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist man sein eigener privater Energieproduzent. So kann nicht nur Strom für das Haus, sondern auch für das E-Auto erzeugt werden.

Alle Infos zum Tanken von Sonnenstrom gibt es auf der Website der TEAG-Tochtergesellschaft KomSolar Service GmbH.

Mythos 9: Die Herstellung und das Recycling von E-Autos ist umweltschädlich.

Insbesondere die Herstellung und mangelnde Recycling-Möglichkeiten von E-Autos werden kontrovers diskutiert. Laut dem Bundesumweltministerium gibt es von allen maßgeblichen Rohstoffen der Traktionsbatterie aber genügend Reserven und Ressourcen – auch Materialeffizienz und Recycling sollen in Zukunft dazu beitragen (Quelle: ADAC). So sind Lithium-Ionen der Batterie auch nach dem Gebrauch im Fahrzeug noch nützlich und werden beispielsweise als Speicher für Solarenergie oder Haushaltsspeicher eingesetzt.

Es geht also vor allem um den Einsatz moderner Technik, eine effizientere Batterieherstellung und einen gut austarierten Strommix aus erneuerbaren Energien, um die CO2-Emissionen eines E-Autos zu senken. Schon heute sinkt die Gesamt-Belastung durch geringere CO2-Emissionen während der gesamten Laufzeit.
 

Eine Tankstelle für Wasserstoffautos
biela.design/stock.adobe.com

Mythos 10: Der Wasserstoff-Antrieb läuft Elektromobilität den Rang ab.

Während E-Fahrzeuge längst im Straßenverkehr angekommen sind, sieht man Wasserstoff-Automobile eher selten. Dabei gilt der Wasserstoffantrieb als ein Hoffnungsträger der CO2-neutralen Mobilität. Was viele nicht wissen: Das H2-Mobil wird mit Elektrizität betrieben. Beinahe jedes Wasserstoff-Auto fährt mit einem Brennstoffzellen-System, das den Kraftstoff „Wasserstoff“ in elektrische Energie umwandelt, um den Elektromotor zu betreiben. Bei diesem Prozess gehen allerdings 75 Prozent der ursprünglichen Energie verloren. Beim Elektrofahrzeug gelangt nahezu die gesamte Energie auf der Straße.

Auch den Vergleich zur Ladeinfrastruktur kann das H2-Fahrzeug nicht standhalten. Die erste Tankstelle in Thüringen soll, laut Anbieter H2-Mobility, im Mai 2020 realisiert werden. Allein im Freistaat sind aber bereits über 600 Ladepunkte für E-Autos vorhanden.

Fazit: Der Kampf gegen den Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen des aktuellen Jahrhunderts. Damit die Energiewende gelingt, braucht es auch alternative Antriebsformen. Mit der Elektromobilität und dem Ausbau der deutschlandweiten Ladeinfrastruktur wurde bereits ein wesentlicher Schritt in Richtung Mobilitätswende getan. Umweltexperten schließen auch Wasserstoffmobilität als Technologie der Zukunft nicht aus. Insbesondere in Bereichen des Nutzverkehrs oder Personentransports, wie Bus und Bahn, kann H2 eine sinnvolle Ergänzung zum batterieelektrischen Verkehr sein. Egal ob E- oder H2-Fahrzeug: Wie CO2-neutral die Mobilität ist, hängt letztlich auch von der Herstellung ab.

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