Paul-Philipp Braun/TEAG

Besser gemacht: Optimierte Insektenhotels geben Bienen wieder ein Zuhause

Mit TEAG summts startet mit neuen Insektenhotels in die nächste Runde

„Ein Hotel ist eine gute Sache, aber es braucht eben auch das Restaurant dazu,“ sagt Jens Düring, als er die kleine TEAG-Delegation über das weitläufige Gelände der Fuchsfarm in Erfurt führt. Düring ist Leiter der Unteren Naturschutzbehörde in Erfurt und studierter Forstwissenschaftler. Die Fuchsfarm scheint so etwas wie sein zweites Zuhause zu sein. Auf der Naturschutzlehrstätte am Erfurter Steigerwald fühlt er sich wohl.

Überblick

  • Mit TEAG summts: TEAG verloste im letzten Jahr erstmals 25 Insektenhotels an Kitas in Thüringen
  • Optimierungsvorschlag: Naturschutzexperte Jens Düring zeigt, wie die Hotels noch besser werden
  • Neuer Bewerbungsraum startet: Ab dem 01. Juni startet die nächste Ausschreibungsrunde für alle Thüringer Kindertagesstätten
Paul-Philipp Braun/TEAG

Die Verbindung zur Fuchsfarm kam über Instagram. Vergangenes Jahr hatte die TEAG 25 Insektenhotels an Kindertageseinrichtungen im gesamten Freistaat verlost. Mehr als 660 Bewerbungen waren dem Aufruf von „Mit TEAG summts“ gefolgt: „Die Resonanz war riesig“, fasst Janine Mann aus der Unternehmenskommunikation der TEAG zusammen. „Natur- und Artenschutz sind wichtige Themen bereits für die ganz Kleinen im Kindergarten. Unsere Insektenhotels haben da den richtigen Nerv getroffen“.

Gefertigt wurden die Insektenhotels von der Stiftung Finneck in Sömmerda. „Wir haben das damals nach bestem Wissen gefertigt“, sagt Jan Scholz, aus der Holzverarbeitung der Stiftung Finneck. Dass es dennoch Verbesserungspotenzial an den Insektenhotels gibt, darauf hatte Jens Düring vor einigen Monaten in einem Kommentar auf Instagram aufmerksam gemacht. Als das Projekt dieses Jahr wieder aufgesetzt werden sollte, griff die TEAG diesen Kommentar wieder auf.

Insektenhotels 2.0

Paul-Philipp Braun/TEAG

Nun sind Jan Scholz und Janine Mann gemeinsam auf der Fuchsfarm, um sich mit Jens Düring über dieses Potenzial zu beraten. Und der kommt auch schnell zum Punkt: „Die Hotels sind grundsätzlich schon sehr solide, aber wenn man an ein paar Stellschrauben dreht, werden sie sehr gut.“ Diese Anpassungen beginnen laut Düring gleich zu Anfang beim Vogelschutz: „So eine Einrichtung kann ein hervorragendes Buffet für insektenfressende Vögel sein und das wollen wir ja nicht. Es lässt sich am besten vermeiden, wenn das gesamte Haus mit Volierendraht bespannt ist.“

Die Holzwolle solle raus, empfiehlt er. Diese würde zwar dem Ohrenkneifer Unterschlupf bieten, dieser ernährt sich jedoch von Larven anderer Insekten und könnte daher im Insektenhotel Nahrung finden. Die Holzwolle wird zudem auch schnell gammelig.

Bienen auf der Erfurter Fuchsfarm
Paul-Philipp Braun/TEAG

Vogelschutz, Lehmschicht, Totholz: Die Details machen einen Unterschied

Paul-Philipp Braun/TEAG

Außerdem rät der Forstwissenschaftler dazu, eine Etage mit einer Lehm-Sand-Mischung zu bauen und an der Seite eines Hotels mit handelsüblichen Schellen Markstängel etwa vom Brombeerbusch oder aus Holunder zu befestigen. Überdies könne ein Bereich mit Totholz eingezogen werden, das biete dann auch kleinen Käfern oder Holzwespen eine gute Ruckzugsmöglichkeit. Eine Ergänzung zum aktuellen Ansatz, der vorrangig auf Bienen als Hotelgäste abzielt.

500 Wildbienenarten, viele sind gefährdet

Paul-Philipp Braun/TEAG

Das Insektenhotel, so Düring, wäre dann ein guter Nistkasten für Wildbienen. Rund 500 Arten gibt es davon in Deutschland. Viele von ihnen sind gefährdet und brauchen besonderen Schutz. „Anders als Honigbienen leben die wilden Arten solitär. Sie haben keine Königin und überleben in der Regel nur ein paar Wochen“, erklärt Jens Düring. Dabei betont er, dass sowohl die industrielle Landwirtschaft als auch die Versiegelung von Flächen ein Problem für diese Arten sei. Umso wichtiger wäre es daher, rät der Leiter der Naturschutzbehörde dem TEAG-Team, nicht nur auf Hotels als Rückzugsmöglichkeiten zu setzen, sondern auch einen nahen Blühstreifen einzurichten.

Auf dem Gelände der Fuchsfarm funktioniert dieses System schon. Vor dem „Premium-Hotel“, wie Jens Düring es nennt, ist auch an diesem Märztag eine Fläche ersichtlich, auf der im Sommer das hohe Gras und die bunten Blumen Insekten ausreichend Nahrung anbieten. Für Janine Mann und Jan Scholz sind die Einblicke des Fachmanns wertvoll. „Wir sind dankbar für das Feedback und besprechen uns jetzt mit der Stiftung Finneck, was wir wie umsetzen können“, sagt Janine Mann auf dem Rückweg von der Fuchsfarm zum Parkplatz. Auch sie hat an diesem Nachmittag viel gelernt.