Bild: Der netzdienliche Speicher in Großrettbach, davor die Mitarbeiter von TEAG, KomSolar und adstec

Speicher für die Zukunft

Pilotprojekt in Großrettbach

Mit Blick auf die Energiewende nimmt die Entwicklung von Speichertechnologien eine entscheidende Rolle ein. In einem Pilotprojekt in Großrettbach untersucht die TEAG mit ihren Töchtern TEN Thüringer Energienetze (TEN) und KomSolar Service die Einsatzmöglichkeiten eines netzdienlichen Stromspeichers.

In der ersten Hälfte dieses Jahres erreichte die Produktion von Ökostrom in Deutschland einen neuen Höchststand: Die produzierten 104 Milliarden Kilowattstunden (kWh) könnten hierzulande alle Haushalte theoretisch ein ganzes Jahr lang mit Strom versorgen. Wohlgemerkt: in der Theorie ...
Das Problem: Der erzeugte Strom kann ohne ausreichende Speichermöglichkeiten nicht vollständig genutzt werden. Außerdem sorgen erneuerbare Energien wie Photovoltaik oder Windkraft für Schwankungen im Stromnetz. Diese sogenannte Volatilität stellt für Netzbetreiber eine enorme Herausforderung dar.

Pilot in Großrettbach

Dezentrale Batteriespeicher können in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, um Regelenergie bereit zu stellen und die Frequenz im Netz zu stützen oder um Leistungsspitzen zu reduzieren und somit den kabelgebundenen Netzausbau zu vermeiden. Einen solchen sogenannten netzdienlichen Stromspeicher testen die TEAG, die TEN und die KomSolar in einem Gemeinschaftsprojekt in Großrettbach.
Großrettbach ist der ideale Standort für dieses Pilotprojekt im Netzgebiet der TEN, weil die zahlreichen Photovoltaik-Anlagen zu Spitzenzeiten mehr grünen Strom ins Ortsnetz einspeisen, als zur gleichen Zeit benötigt wird.

Entlastung für das Netz

Welche Rolle in diesem Zusammenhang der netzdienliche Batteriespeicher spielen kann, erläutert Projektleiter Denis Schuldig von der TEAG: „Ohne Speicher wird überschüssiger Solarstrom über den Ortsnetz-Transformator zurück in das Mittelspannungsnetz gespeist und weiter verteilt. Die Rückspeisung vermindert dann auch die Aufnahmekapazität für weitere Erzeugungsanlagen im vorgelagerten Mittelspannungsnetz. Somit wäre hier ein weiterer Netzausbau unvermeidbar. Ziel der Energiewende ist jedoch, die verfügbare erneuerbare Energie bedarfsabhängig und effizient zu nutzen. Der Speicher erfüllt also mehrere Ziele gleichzeitig, indem er den Eigennutzungsanteil des Solarstroms im Ort erhöhen kann und das vorgelagerte Netz entlastet.“
Der installierte Lithium-Ionen-Speicher in Großrettbach hat eine Speicherkapazität von 240 kWh und könnte beispielsweise einen Kühlschrank und eine Tiefkühltruhe einer vierköpfigen Familie ganzjährig betreiben.

Unter der Leitung der KomSolar werden an dem Speicher nun verschiedene „Netz-Fahrweisen“ langfristig getestet.

Bild: Blick in den Speicher: Das StoraXe AC-Speichersystem der Firma ads-tec basiert auf moderner Lithium-Ionen-Technologie.
Blick in den Speicher: Das StoraXe AC-Speichersystem der Firma ads-tec basiert auf moderner Lithium-Ionen-Technologie.

Inwieweit die Speichergröße auch ausreicht, um die Schwankungen im Netz auszugleichen, ist wichtigster Untersuchungsgegenstand des Pilotprojektes.“

– TEAG-Projektleiter Denis Schuldig

Langzeitprojekt für grüne Energiezukunft

Ein Ende des Pilotprojektes hat Schuldig derweil noch nicht im Blick. „Für viele Szenarien, die wir testen wollen, reicht ein Sonnenjahr gar nicht aus.“ Bei der Bedeutung, die erneuerbare Energien und Speichertechnologien künftig haben, wäre also eine Ausweitung des Projektes denkbar. Das Potenzial von Photovoltaik-Anlagen in Thüringen ist noch lange nicht ausgeschöpft. Auch die Windausbauszenarien für den Freistaat versprechen enormes Potenzial für Speichertechnologien.
So wird es für Speicher viele Einsatzmöglichkeiten geben. „Der Photovoltaik-Speicher, der beispielsweise bei Eigenheimbesitzern im Keller steht, ermöglicht einen gewissen Grad an Autarkie für Betreiber von Erzeugungsanlagen zum bisherigen Strombezug aus dem Netz.“, sagt Projektleiter Denis Schuldig.

„Zentrale Stromspeicher an Transformatorenstationen wie in Großrettbach oder an Umspannwerken werden für die Ortsnetze und die regionalen Mittelspannungs- oder überregionalen Hochspannungsnetze nützlich sein, um Spannungs- oder Frequenzschwankungen auszugleichen. Wie diese Speicher im Zusammenspiel sinnvoll eingesetzt werden können und welche Rolle dann auch große Anlagen wie etwa Pumpspeicherkraftwerke oder die Stromspeicherung im Erdgasnetz spielen, sind weitere Aspekte, mit denen wir uns heute schon beschäftigen,“ erläutert Schuldig.

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