Bild: Solardach
Ekkehard Winkler/trurnit

Solardeckel gelüftet – Ausbaubremse bleibt vorerst

Mit dem Inkrafttreten des Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG) am 1. November 2020 ist der sogenannte „Solardeckel“ abgeschafft. Ein versteckter Solardeckel wirkt jedoch vorerst weiter.

Der sogenannte „Solardeckel“  sah vor, dass nach dem Erreichen von 52 Gigawatt (GW) peak installierter Leistung neue Solaranlagen unterhalb einer Leistung von 750 Kilowatt peak keine Förderung mehr nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. Die 52-GW-Grenze war im Herbst 2020 fast erreicht. Mit der Aufhebung wurde die Ausbremsung des weiteren Solarausbaus verhindert. Die eigentliche Neuregelung des Ausbaukorridors für Solaranlagen soll erst in der neuen Legislaturperiode Anfang 2022 erfolgen.

§ 49 EEG 2021 wirkt als versteckter Solardeckel

Die Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar e.V. beklagt trotz Sonderausschreibungen einen sogenannten versteckten Solardeckel aufgrund eines in § 49 EEG 2021 festgelegten, zu geringen Zubauvolumens in Höhe von 2,5 GW peak für PV-Dachanlagen (auf das Jahr hochgerechneter Brutto-Zubau). Da dieser Wert regelmäßig überschritten wurde, sank die EEG-Vergütung zuletzt um 1,4 Prozent pro Monat. Der PV-Ausbau, so Eurosolar, hätte sonst deutlich höher ausfallen können.

Sonderausschreibungen für 2022 enttäuschen

Der Ausbau der Photovoltaik wird 2022 durch einmalige Sonderausschreibungen um 4,1 Gigawatt (GW) auf 6,1 GW peak erhöht. Das hat die große Koalition bereits im Mai 2021 beschlossen. Die Hälfte der Sonderausschreibung entfällt mit 2 GW auf Freiflächenanlagen, weitere 2 GW entfallen auf große Dachanlagen und 100 MW auf Innovationsausschreibungen. Die Solarbranche hatte errechnet, dass mindestens 10 GW Zubau erforderlich seien, um die Klimaziele zu erreichen.