Paul-Philipp Braun/TEAG

Beste Industriekauffrau in Thüringen kommt von der TES

Ausbildung bei der TEAG-Gruppe vereint Theorie und Praxis

Überblick

  • Jolin Köhler fand über einen Berufstest zur TEAG-Tochter TES und schloss die Ausbildung als Landesbeste Industriekauffrau Ostthüringens ab.
  • Ausbilderin Kathrin Lackner begleitet ihre Azubis eng, mit persönlichem Kontakt, Seminaren und intensiver Prüfungsvorbereitung.
  • Nach dem Abschluss arbeitet Jolin Köhler im Bereich Abrechnung und qualifiziert sich nebenberuflich zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin weiter.

Gutes Gefühl und ein krisensicherer Job

Paul-Philipp Braun/TEAG

Was macht eigentlich eine positive Gurke? Sie ist einfach positiv, sagt Jolin Köhler. Und die muss es wissen, schließlich schaut sie fast jeden Tag auf genau ein solches Exemplar. Die positive Gurke hängt zwischen zwei von drei Bildschirmen, die in ihrem Büro in der Rudolstädter Straße in Jena stehen. Seit vergangenen Jahr sitzt die junge Frau in der sechsten Etage des Hochhauses der TEAG Thüringer Energie AG. In einem Vierer-Büro mit drei Kolleginnen, laut Aufschrift auf einer Tasse nennen sie sich gegenseitig auch „Komplizinnen“, hat Jolin Köhler ihr neues Arbeitszuhause gefunden.

Jolin Köhler stammt aus Ostthüringen und ihr Weg zum größten Energiedienstleister des Freistaats war alles andere als vorherbestimmt. „Ich habe mit einem Berufsberater der Agentur für Arbeit einen Test gemacht, welcher Beruf am besten zu mir passen würde“, erzählt Köhler. Dabei seien dann die Optionen der Kauffrau für Büromanagement bzw. Industriekauffrau herausgekommen. Eine gute Wegweisung, wie Jolin Köhler findet. Mit ihrem Abitur, Schnitt 1,2, habe sie sich dann bei fünf Unternehmen in Thüringen beworben, sei überall zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden und habe sich dann für das Tochterunternehmen der TEAG die TES Thüringer Energieservice entschieden. „Ich habe mich hier gleich wohlgefühlt, außerdem ist es ein krisensicherer Job – denn Energie wird immer gebraucht“, erzählt Jolin Köhler rückblickend.
 

Ausbildung bei der TES

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Die Entscheidung, dass bei der TEAG-Tochter nur noch Industriekaufleute ausgebildet werden, würde für viele – wie auch für Jolin Köhler – zur Attraktivität des Ausbildungsbetriebs beitragen, sagt Kathrin Lackner. Die Fachgebietsleiterin Reklamationen ist Ausbilderin bei der TES und war auch für Jolin Köhler zuständig. „Wir fahren hier ein recht enges System, in dem wir die Azubis begleiten und immer wieder Kontakt miteinander haben, nicht nur, wenn es für die Ausbildung notwendig ist“, berichtet Kathrin Lackner. Und nicht bei allen Auszubildenden sei das Leben zwischen Berufsschule und Praxis so ein „Selbstläufer“ wie bei Jolin Köhler, meint Lackner.

Theorie mitgebracht, Praxis dazugelernt

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Für Jolin Köhler, die sich in der Oberstufe am Beruflichen Gymnasium oft mehr Anwendung als nur das Lernen von theoretischen Grundlagen wünschte, sei die Ausbildung eine willkommene Abwechslung gewesen, sagt sie. Zugleich habe sie während der Lehre von ihrem Wissen aus dem Wirtschaftsabitur profitiert. „Und dann hast Du damit auch Marie unterstützen können“, ergänzt Ausbilderin Kathrin Lackner. Marie, das war Jolin Köhlers Mit-Auszubildende. „Klar, ich hatte ja Dinge schon vor der Ausbildung gemacht – wieso soll ich sie dann nicht auch erklären“, meint Jolin Köhler.

Einen großen Pluspunkt sieht Jolin Köhler im großen Angebot, das die TEAG ihren Azubis mitgibt. Neben einer intensiven und individuellen Prüfungsvorbereitung, seien viele Lehrgänge und Seminare bereits in das interne Ausbildungsprogramm integriert. Umfassende Schulungen in Programmen wie Microsoft Excel oder Word sind für TEAG-Azubis selbstverständlich und gehören fest ins Curriculum. „Das hatten viele andere nicht“, sagt Jolin Köhler und berichtet davon, dass sie trotz sehr guter Noten die Ausbildung nicht habe verkürzen wollen: „Das wäre echt viel mehr Stress gewesen und das musste nicht sein.“

Landesbeste und selbst überrascht

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Dass sich dieses stressarme Lernen für Jolin Köhler – und damit auch für die TEAG – gelohnt hat, zeigte sich beim Abschluss. Als Landesbeste im Ausbildungsberuf der Industriekaufleute wurde sie durch die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen ausgezeichnet. Ein Ergebnis, mit dem sie nicht gerechnet habe, sagt Jolin Köhler, die aber zu recht stolz auf ihre Leistung ist. Der kleine Pokal, den sie dafür bekam, stehe jetzt zu Hause neben dem Fernseher, die Bürokolleginnen schenkten ihr eine eigene kleine Trophäe. „Da waren auch wir echt beeindruckt“, sagt Kathrin Lackner.

Die Frage, ob sie sich als ein Zahlenmensch sehe, beantwortet Jolin Köhler mit einem „Ja schon“ und einem hellen Lachen. Umso besser, dass sie inzwischen im Bereich Abrechnung der TEAG arbeitet und hier täglich mit Dutzenden kleinen und großen Summen beschäftigt ist. Aber, ergänzt die Industriekauffrau, sie sei auch ein Familienmensch. Dass sie also bei der TES in Jena und damit nahe an der eigenen Familie bleibe, sei selbstverständlich. Dennoch will sie sich weiterqualifizieren. Nebenberuflich besucht sie derzeit Abendkurse zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin bei der IHK in Erfurt. Rund anderthalb Jahre dauert diese Weiterbildung, die dann zu mehr innerbetrieblichen Einsatzmöglichkeiten und der Chance auf Führungsverantwortung leitet.

Für Kathrin Lackner ist Jolin Köhlers Entwicklung eine Perspektive, die sie fröhlich macht. „Ich bin Ausbilderin aus Überzeugung“, sagt Lackner und lächelt dabei. Es sei ihr wichtig, jungen Menschen etwas mitzugeben und sie auf ihrem Weg in die Berufswelt zu begleiten. Zugleich verweist sie aber auch auf die Eigenverantwortung, die jeder der TEAG-Azubis hat: „Sie bekommen hier die Inhalte und die Organisation auf dem Silbertablett serviert. Was sie sich davon herunternehmen, dafür sind die Auszubildenden selbst verantwortlich.“ Jolin Köhler scheint das ganze Tablett in die Hand genommen zu haben.