Guido Werner/TEAG

Ausbildung an der TEAG Akademie

Mit 30 als Azubi neu durchstarten

Überblick

  • Neuanfang bei der TEN Thüringer Energienetze: Mit 30 Jahren bricht Martin Wachsmuth sein Studium ab und fängt von vorne an – als Azubi.
  • Digital vorbereitet, handwerklich verankert: Warum das Ausbildungszentrum der TEAG Akademie der perfekte Ort für seinen Neuanfang war.

Wenn der Plan zur Baustelle wird

Es gibt Lebensläufe, die wirken wie ein sauber gezeichneter Plan. Der von Martin Wachsmuth sieht eher nach Baustelle aus – mit Umleitungen, Stoppschildern und einem Abzweig, den er selbst nicht kommen sah. Maritime Technologien in Bremerhaven mit Schwerpunkt Meeresenergie und Messtechnik: Ein solider Weg, eigentlich. Doch schon während des Studiums merkt Wachsmuth: Die Forschung fühlt sich abstrakt an. „Zu viel trockene Theorie, zu viele Fragezeichen“, sagt er.

Der Moment, der alles verschiebt

Martin Wachsmuth im Gespräch
TEAG

Was dann folgt, ist kein großer Entschluss, sondern ein kleiner Nebenjob. An der Hochschule kommt Wachsmuth erstmals mit elektrotechnischer Praxis in Berührung. Ein Elektromeister erklärt ihm Anlagen und Abläufe, zeigt ihm, was hinter den Kulissen steckt. Aus Formeln wird plötzlich etwas Greifbares. Als kurz darauf eine wichtige Klausur trotz harter Vorbereitung nicht gelingt, zieht er die Reißleine. „Ich wollte meine Vorkenntnisse in Elektro- und Messtechnik endlich wirklich nutzen“, sagt er. Nicht im Kopf behalten. Anwenden.

Der Tipp vom Küchentisch

Den entscheidenden Hinweis gibt ausgerechnet sein Großvater – über das TEAG Magazin, das dieser ins Haus bekommt. „Bewirb dich doch dort!“ Wachsmuth folgt dem Tipp, durchläuft das Auswahlverfahren und zieht nach Thüringen – mit 30 Jahren. Als Azubi zum Elektroanlagenmonteur.

Der Neustart ist auch sozial kein Selbstläufer: neue Stadt, neues Umfeld, eine Ausbildungsgruppe voll jüngerer Mit-Azubis. „Ich bin eher schüchtern“, sagt Wachsmuth. „Da war erst die Frage: Wie reagieren die anderen? Nehmen die mich ernst?“ Die Sorge verfliegt schnell. Er wird herzlich aufgenommen und bald scherzhaft zum „Klassenpapa“, der anderen hilft, ohne zu vergessen, dass er selbst noch lernt.

Die Ausbildung in Erfurt: Digital vorbereitet, handwerklich verankert

Was ihn positiv überrascht: Die Ausbildung fühlt sich nicht nach Beschäftigungstherapie an. Nach einer kurzen Einführungsphase wird fachlich gearbeitet: Schaltungen planen, aufbauen, prüfen, in Betrieb nehmen. Dabei hält das Ausbildungszentrum der TEAG Akademie in Erfurt mit der Energiewelt Schritt: Tablets, Lernplattformen und E-Learnings gehören zum Alltag.

Ausbildungsleiter Johannes Trümper bringt den Anspruch auf den Punkt: „Ohne solide elektrotechnische Grundlagen geht es nicht. Aber heute gehört IT-Verständnis genauso dazu.“

Ein Highlight: Das interaktive 3D-Modell einer Trafostation. Transformatoren lassen sich aus jeder Richtung erkunden, Bauteile anklicken, Störungsszenarien durchspielen. Wer hier lernt, kennt die Anlage bereits, bevor er das erste Mal vor ihr steht.

Was keine App kann

Guido Werner/TEAG

Trotzdem bleibt der Kern der Ausbildung analog. „Wenn ein Leitungssystem gebaut oder repariert werden muss, macht das keine App“, sagt Trümper. Wachsmuth weiß das. Er hat Respekt vor dem Arbeiten unter Spannung und vor dem, was dabei auf dem Spiel steht. „Man ist durch Ausrüstung, Kollegen und eigenes Können gesichert. Aber eine falsche Aussage, etwas nicht Gesagtes – das kann im schlimmsten Fall tragisch enden.“ Kommunikation, lernt er, ist kein weiches Thema. Sie ist Teil der Sicherheit.

Und wie geht’s weiter?

Ausbildung abschließen, Praxis sammeln, ankommen. Später vielleicht eine Spezialisierung – Wachsmuth denkt an digital vernetzte Trafostationen. Aber das hat Zeit. Sicher ist für ihn vor allem eines: „Das Netz verändert sich gerade stark. Und genau deshalb gibt es viele Möglichkeiten.“ Er will dabei sein.

Fragen und Antworten

  • Ja! Martin Wachsmuth ist ein Beispiel für einen erfolgreichen Quereinstieg nach einem Studienabbruch.

  • Das Ausbildungszentrum der liegt in Erfurt mitten auf dem TEAG Campus in der Schwerborner Straße.

  • Die Ausbildungsberufe der TEAG-Gruppe sind vielfältig, zukunftssicher und von ausgezeichneter Qualität. Das Unternehmen bildet in gewerblichen und kaufmännischen Berufen in Erfurt und ganz Thüringen aus.

     Alle Berufe finden Sie hier.