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Mehr Flexibilität bei weniger Kosten

Dynamische Stromtarife: Geld sparen mit flexiblen Preisen

Dynamische Stromtarife passen sich den aktuellen Marktpreisen an. Das heißt, der Preis pro Kilowattstunde ist nicht festgelegt, sondern orientiert sich in kurzen Intervallen an den aktuellen Preisen an der Strombörse. Wenn der Strom günstig ist, sinkt der Tarifpreis; bei hohen Preisen steigt er.

Im Interview mit Charlotte Kalden, Produktmanagerin der TEAG für Strom und Erdgas, erklärt sie die genauen Vor- und Nachteile dieses Modells und für wen sich das ganz besonders lohnt.

Übersicht

  • Dynamische Stromtarife verstehen: Wann und für wen diese Stromtarife sinnvoll sind.
  • Voraussetzungen prüfen: Das braucht man, um einen dynamischen Stromtarif nutzen zu können.
  • Einsparpotenziale erkennen: So können dynamische Stromtarife optimal genutzt werden.
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Frau Kalden, können Sie uns erklären, was dynamische Stromtarife ausmacht?

Charlotte Kalden: Natürlich! Dynamische Stromtarife sind eine innovative Möglichkeit, den Stromverbrauch effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Sie passen sich den aktuellen Marktpreisen an, was bedeutet, dass der Strompreis je nach Tageszeit, Nachfrage und Angebot schwankt.

Welche Vorteile bieten diese Tarife?

Charlotte Kalden: Der größte Vorteil ist die Kostenersparnis. Wer seinen Stromverbrauch in günstige Zeiten verlagert, kann dadurch sparen. Gleichzeitig unterstützt man die Energiewende. Strom ist oft dann günstig, wenn viel erneuerbarer Strom im Netz ist. Ein dynamischer Tarif motiviert dazu, genau zu diesen Zeiten Strom zu verbrauchen. Ein weiterer Vorteil ist die Eigenkontrolle: Durch die Nutzung von Smart Metern haben Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Transparenz über ihren Stromverbrauch.

Gibt es auch Herausforderungen oder Nachteile?

Charlotte Kalden: Das ist ja wie immer im Leben: Alles hat zwei Seiten. Die schwankenden Preise erfordern eine gewisse Planung. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen bereit sein, ihren Stromverbrauch entsprechend anzupassen, um die Vorteile voll auszuschöpfen. Für Haushalte mit konstantem Verbrauch und Inflexibilität im Verbrauchsverhalten sind diese Tarife nicht empfehlenswert, da sie weniger Möglichkeiten haben, ihren Verbrauch zu verlagern und somit weniger von den variablen Preisen profitieren.

Technische Voraussetzungen und Einsparpotenziale

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Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um dynamische Stromtarife nutzen zu können?

Charlotte Kalden: Haushalte benötigen ein intelligentes Messsystem (iMSys), um den Verbrauch genau zu verfolgen und ihr Verbrauchsverhalten anzupassen. Ein intelligentes Messsystem besteht aus einem digitalen Zähler und einem Smart Meter Gateway, das die Verbrauchsdaten in Echtzeit erfasst und an den Energieversorger übermittelt. Dadurch können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Stromverbrauch genau überwachen und gezielt steuern.

Wie können Haushalte das Maximum aus einem dynamischen Tarif herausholen?

Charlotte Kalden: Man sollte seinen Stromverbrauch gezielt steuern, indem man Haushaltsgeräte zu günstigen Zeiten nutzt. Zum Beispiel können Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Waschmaschine nachts laufen lassen, wenn die Strompreise niedriger sind, oder ihr E-Auto zu Zeiten hoher Einspeisung erneuerbarer Energien laden. Durch die Nutzung von Smart-Home-Technik kann man seinen Stromverbrauch noch effizienter steuern und die Kosten weiter senken.

Für wen sind dynamische Stromtarife besonders geeignet?

Charlotte Kalden: Diese Tarife lohnen sich für Haushalte mit hohem Stromverbrauch und/oder Haushalte, die auf die Strompreise reagieren und ihren Verbrauch anpassen können. Wer flexibel ist und moderne Technologien wie eine Wärmepumpe oder eine Wallbox nutzt, kann durch einen passenden Tarif seine Energiekosten spürbar senken. Für Haushalte, die kaum Möglichkeit haben, den Verbrauch anzupassen, sind klassische Tarife oft besser geeignet. Wer sich unsicher ist, bekommt gern Beratung. Wir helfen dabei, den passenden Tarif für jeden zu finden.

Wie sieht es bei der TEAG aus? Wie viele Kundinnen und Kunden nutzen schon dynamische Tarife?

Charlotte Kalden: Seit 2025 sind Energieversorger gesetzlich verspflichtet, variable Stromtarife anzubieten. Die TEAG bietet aktuell zwei Modelle an: Einen Tarif ohne Abrechnung der Netz- und Messtellenbetreiberkosten, den TEAG.Strom dynamic base, und eine Rundum-Lösung, den TEAG.Strom dynamic plus, bei der die TEAG alles übernimmt. Aber die Nachfrage ist bisher noch gering. Die meisten Kundinnen und Kunden bevorzugen wohl einen festen, planbaren Strompreis - so ist man es eben gewohnt. Aber durch die technischen Neuerungen, kann man nun auch andere Wege gehen. Ich habe die Vorzüge eben aufgezählt. Es kann sich lohnen!

Frau Kalden, was ist Ihr Fazit zu den dynamischen Stromtarifen?

Charlotte Kalden: Dynamische Stromtarife bieten eine flexible Möglichkeit, Stromkosten zu senken und gleichzeitig die Energiewende zu unterstützen. Sie sind nicht für jeden geeignet. Aber für Haushalte, die flexibel sind und moderne Technologien nutzen, können sie eine hervorragende Option sein. Die Einführung dieser Tarife ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und effizienteren Energieversorgung.