TEAG-Mitarbeiter im Kraftwerk Jena
Alexander Klingebiel/TEAG

Tipps zum Energiesparen für Industrie und Gewerbe

Mit unseren Empfehlungen kann auch Ihr Unternehmen sparen!

So können Sie Ihren Gas- und Stromverbrauch reduzieren

Das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium (BMWK) ruft die gesamte Gesellschaft zum Energiesparen auf. Auch wir als TEAG möchten Sie dazu sensibilisieren, noch effizienter mit Gas und Strom umzugehen. Jedes Unternehmen kann seinen Beitrag zum Energiesparen leisten. Wir haben hier einige größere und kleinere Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie vor Ort Gas und Strom einsparen können.

Die Industrie verbraucht aktuell ca. 36 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs. In der momentan außergewöhnlichen Lage sind auch Ihre Bestrebungen als Industrie- und Dienstleistungsunternehmen im Hinblick auf den kommenden Herbst / Winter von besonderer Bedeutung. Erdgas wird in der Industrie überwiegend für Produktionsprozesse benötigt, deren Erdgasverbrauch kurzfristig kaum durch technische Maßnahmen optimiert werden kann. Der Erdgasverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung ist eher in Dienstleistungsunternehmen relevant.

Kurzfristig wirksame Gasspartipps

Empfehlungen zur aktuellen Situation

  • Signifikante Erdgaseinsparungen lassen sich erzielen, wenn auf andere Energieträger, wie Öl, Strom oder Kohle, umgestiegen werden kann. Das ist jedoch nur in seltenen Fällen möglich bzw. wirtschaftlich.
  • Große Industrieunternehmen haben in der Regel nur einen Haupterdgaszähler mit Leistungsmessung. Der Erdgasverbrauch kann nicht den einzelnen Verbrauchern zugeordnet werden. Hier bieten wir unseren Kunden eine Lastganganalyse mit grafischer Auswertung an. In einer Online-Besprechung werden die Ergebnisse ausgewertet und mögliche Einsparpotentiale mit ihnen diskutiert.
  • Abschaltung des Heizungssystems in den Sommermonaten sollte überprüft werden. Bitte beachten: Verschiedene Heizungssysteme können in den Sommermonaten nicht abgeschaltet werden, da die Zirkulation des Heizkreislaufes notwendig ist, obwohl kein Wärmebedarf besteht.
  • Bei Homeoffice in Büro und Verwaltung kann die Bürotemperatur stark reduziert werden.

Mittelfristig wirksame Gasspartipps

Grafik zu Einsparpotentialen für Industrie und Gewerbe
TEAG
  • Abwärme nutzen

    • Abgas-Wärmetauscher: Einzelne Produktions- und Wärmeerzeugungsprozesse von Unternehmen weisen erhebliche Abwärmemengen auf, welche aktuelle ungenutzt sind. Z. B. haben Abgasstränge von Erdgasbrennern hohe Temperaturen, die mittels Abgas-Wärmetauscher für die Integration in das Heizungsnetz oder zur Rückführung in Produktionsprozesse genutzt werden können.
    • Wärmerückgewinnung von Kompressoren und Kälteanlagen: Neben Erdgasverbrauchern weisen auch einzelne Stromverbraucher erhebliche Wärmerückgewinnungspotentiale auf. So könnte die Wärme, die bei Druckluftkompressoren und bei Kompressionskälteanlagen entsteht, zur Raumwärme- und Warmwassererzeugung genutzt werden. Dies reduziert indirekt Ihren Erdgasverbrauch.
    • Wärmerückgewinnung von Lüftungsanlagen: Außerhalb von Produktionsprozessen können Lüftungsanlagen signifikante Wärmerückgewinnungspotentiale aufweisen. Insbesondere ist dies bei Zu- und Abluftanlage, die noch keine Wärmerückgewinnung haben, der Fall. Durch den Einsatz einer Wärmerückgewinnungsanlage, in Form eines Kreuzstrom- oder Rotationswärmetauscher und ggf. einer Wärmepumpe, kann die wärmere Abluft zur Vorerwärmung der kälteren Zuluft genutzt werden.
  • Substitution von Erdgas

    • Wärmepumpe: Durch den Einsatz von Wärmepumpen kann der Erdgasverbrauch für die Raumwärme- und Warmwassererzeugung teilweise oder vollständig substituiert werden. Insbesondere bei Gebäuden, welche nach Effizienzstandard gebaut wurden, besteht die Möglichkeit einer vollständigen Substitution. Wärmepumpen haben den Vorteil, dass durch den Stromeinsatz eine vielfache Menge Wärme erzeugt werden kann. Das Verhältnis zwischen Stromeinsatz und Wärmeerzeugung beschreibt der COP-Wert (Coefficient of Performance). Bei einem COP-Wert von beispielsweise 3 erzeugt die Wärmepumpe mit einer kWh Strom drei kWh Wärme.
    • Solarthermie: Mit einer Installation von einer Solarthermie-Anlage kann der Erdgasverbrauch signifikant reduziert werden. Diese Anlage kann auch mit einer Wärmepumpe oder mit einem bestehenden Erdgas-Kessel kombiniert werden. Innerhalb der Sonnenstunden kann der Erdgasverbrauch teilweise oder vollständig substituiert werden.
    • Heizpatrone: Insbesondere für die Raumwärme- und Warmwassererzeugung können elektrische Heizpatronen eingesetzt werden, um den Erdgasverbrauch teilweise oder vollständig zu reduzieren.
    • PV-Anlage: Durch die Installation einer Photovoltaik-Anlage ist es möglich, Strom selbst zu erzeugen und in der eigenen Liegenschaft zu nutzen. Dies ermöglicht z. B. in Verbindung mit einer Wärmepumpe oder einer Heizpatrone signifikante Kosteneinsparungen, da der benötigte Strom für die Wärmeerzeugung aus der PV-Anlage bereitgestellt werden kann (Power to Heat).
    • Umstellung auf Flüssiggas oder Heizöl: Bestimmte Erdgas-Brenner verfügen über die technische Voraussetzung, statt Erdgas auch Flüssiggas oder Heizöl als Energieträger zu verwenden. Wir regen die Prüfung an, in wie weit eine Umstellung des Energieträgers auf Heizöl oder Flüssiggas in Ihrem Unternehmen möglich ist.
  • Erhöhung der Transparenz

    • Durch eine Installation von Messtechnik kann Ihr Erdgasverbrauch von einzelnen Anlagen dauerhaft gemessen werden. Dadurch ist es möglich, die Erdgasverbräuche transparent darzustellen, um somit Einsparpotentiale identifizieren zu können.
    • Neben Erdgasverbräuchen können auch die Temperaturen von bestimmten Bereichen dauerhaft digital dargestellt werden. Durch eine digitale Visualisierung ist es möglich, frühzeitig und effektiv die Raumtemperatur-Einstellungen zu erkennen und ggf. absenken zu können. Das spart Erdgas.

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