Bild: Solardach
Ekkehard Winkler/trurnit

Solar jetzt noch wirtschaftlicher

Der Bund hat Ende Juli 2022 mit dem Osterpaket die Solarstromförderung deutlich verbessert. Das macht Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden und Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet noch lukrativer für die kommunalen Kassen – und kann zu mehr Energieunabhängigkeit beitragen.

Angesichts der sich verschärfenden Klima- und Energiekrise soll unter anderem der Anteil der Solarenergie am deutschen Energiemix bis 2030 von 10 auf 30 Prozent steigen. Kommunen sind besonders gefordert, geeignete Dachflächen zu nutzen und zu prüfen, welche Areale in ihrem Gemeindegebiet sich für Freiflächenanlagen anbieten.

Höhere Vergütung

Sowohl die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz als auch der Eigenverbrauch sind jetzt noch profitabler – durch höhere Strompreise sogar trotz zuletzt gestiegener Anlagenkosten.

Die neuen Vergütungssätze im EEG 2023 gelten seit 30. Juli 2022 für Neuanlagen:

  • Für Dachanlagen mit bis zu 10 Kilowatt installierter Leistung (kWp) steigt die Vergütung für eingespeisten Solarstrom von 6,24 auf 8,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) um 31 Prozent.
  • Größere PV-Anlagen mit bis zu 40 kWp erhalten für den 10 kW übersteigenden Anteil jetzt 7,1 statt bisher 6,06 Cent/ kWh.
  • Wird der Strom vollständig ins Netz eingespeist, gibt es einen zusätzlichen Zuschlag je nach Größe der Anlage zwischen 3,23 und 5,1 Cent/kWh. Für kleine Anlagen mit bis zu 10 kWp steigt die feste Einspeisevergütung damit von 8,2 auf stattliche 13,4 Cent/kWh.
  • Für Anlagen mit bis zu 100 kWp liegt die Vergütung bei Volleinspeisung bei 13,4 Cent/kWh, für Anlagen mit bis zu 300 kWp bei 9,4 Cent/kWh.

Ein weiterer Anreiz: Die bisherige Degression der Vergütungssätze wurde bis Anfang 2024 ausgesetzt und wird dann durch eine halbjährige Anpassung ersetzt. Das gilt auch für Altanlagen.

Größere Flexibilität

Mit dem Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms kann eine Kommune weiterhin am meisten Kosten sparen – bisher bis zu 16 Cent/kWh netto, jetzt bis zu 19 Cent. Oft ist der Eigenbedarf aber nicht so groß, dass sich eine PV-Anlage auf der ganzen Dachfläche lohnt. Damit das kein Ausbauhemmnis, lassen sich jetzt Anlagen mit teilweisem Eigenverbrauch mit Anlagen zur Volleinspeisung kombinieren. So lohnt es sich eher, Dächer komplett mit PV-Modulen zu bestücken.

Außerdem können Anlagenbetreiber vor jedem Kalenderjahr neu entscheiden, ob sie den Strom voll oder nur teilweise in das öffentliche Netz einspeisen wollen.

Mehr Flächen

Neben Konversionsflächen können Kommunen Randstreifen neben Autobahnen und Bahnlinien neuerdings mit einer Breite von bis zu 500 Metern zur PV-Belegung ausweisen. Bisher war das auf 200 Meter begrenzt. Bei landwirtschaftlich ertragsarmen Flächen, die für Freiflächenanlagen erschlossen werden sollen, können Kommunen zudem Naturschutzauflagen geltend machen. Für Agri- und Floating-PV sind im Rahmen besonderer Ausschreibungen Bonusvergütungen vorgesehen.

Finanzielle Beteiligung der Kommunen wird gestärkt

Bisher konnten Anlagenbetreiber Standortkommunen an den Erträgen ihrer neu errichteten Wind- oder PV-Freiflächenanlagen beteiligen. Das wird jetzt von einer Kann- zu einer Soll-Bestimmung und damit nach dem Willen des Gesetzgebers zum Regelfall. Die Vergütung liegt weiterhin bei 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde. Neu ist zudem, dass Anlagenbetreiber bereits bestehender Wind- oder PV-Freiflächenanlagen Kommunen ebenfalls finanziell beteiligen sollen. Die Initiative dazu müsste von der Kommune ausgehen. Dieser Teil des EEG 2023 (§ 6) tritt am 1. Januar 2023 in Kraft.

TEAG Solar unterstützt

Die erfahrenen Projektentwickler der TEAG Solar (vorm. KomSolar Service GmbH) unterstützen Kommunen von der Prüfung von Dach- und Agrarflächen bis zum Bau, der Finanzierung und dem Betrieb von Solaranlagen. Kommunen profitieren durch finanzielle Beteiligung und Gewerbesteuereinnahmen. Sprechen Sie uns einfach an: info@teag-solar.de.