Guido Werner/TEAG

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Energetisch sanieren mit System

Ein Haus energetisch zu sanieren, lohnt sich. Doch wo anfangen? Energieberater Jörg Pohlhaus von der Delta GmbH erklärt im Interview, wie der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) der TEAG Hauseigentümern Orientierung gibt – und warum er sich finanziell doppelt lohnt.

iSFP auf einen Blick

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist eine geförderte Energieberatung mit konkretem Modernisierungskonzept.

  • Orientierung: Ein zertifizierter Energieberater zeigt, wie Sie Ihr Haus Schritt für Schritt energetisch modernisieren, was es kostet und welche Zuschüsse es gibt.
  • Förderbonus: Bis zu 12.000 Euro Zuschuss pro Jahr und Wohneinheit.
  • Gültigkeit: Der iSFP ist 15 Jahre gültig – die Maßnahmen können flexibel umgesetzt werden.
  • Eigenanteil: Für Ein- bis Zweifamilienhäuser 845 Euro, für Gebäude mit 11 bis 20 Wohneinheiten bis zu 1.645 Euro.
  • Voraussetzung: Das Gebäude muss mindestens 10 Jahre alt sein.

 

Guido Werner/TEAG

Herr Pohlhaus, viele scheuen sich vor dem organisatorischen und bürokratischen Aufwand einer Sanierung. Wie kann man hier am besten einsteigen?

Ich erlebe das oft: Viele Hauseigentümer wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Der größte Fehler ist dann, einfach irgendwo ohne Plan loszulegen. Was hier wirklich hilft, ist ein strukturierter Überblick über die sinnvollen Maßnahmen und Investitionen. Genau dafür ist der individuelle Sanierungsfahrplan gedacht. Er gibt Ihnen eine klare Roadmap an die Hand und hilft, Umwege und unnötige Kosten zu vermeiden.

Wie unterstützt der iSFP Hauseigentümer konkret bei der Modernisierung?

Der iSFP ist mehr als nur eine Beratung. Er ist ein konkretes Modernisierungskonzept. Wir schauen uns an, wo das Haus energetisch steht, welche Maßnahmen sinnvoll sind und was sie kosten. Dazu gehören auch Einschätzungen zum Einsparpotenzial und zu den Investitionskosten. Vor allem zeigen wir, wie sich die verschiedenen Förderprogramme optimal nutzen lassen. Im Grunde ist der iSFP wie ein Navigationssystem für die Sanierung: Er gibt Orientierung und hilft, den besten Weg zu finden.

Welche finanziellen Vorteile bringt der iSFP mit sich?

Neben dem klaren Überblick bringt der iSFP handfeste finanzielle Vorteile. Für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen gibt es einen Förderbonus von fünf Prozent. Noch wichtiger finde ich: Die Summe der förderfähigen Ausgaben wird deutlich erhöht – von 30.000 Euro auf 60.000 Euro. Das bedeutet, dass Eigentümer statt der bisher möglichen 4.500 Euro jetzt bis zu 12.000 Euro pro Jahr und Wohneinheit vom Staat erhalten. Das ist schon ein richtiger Anreiz.

Bis wann müssen die Sanierungsvorhaben umgesetzt werden?

Der fertige iSFP ist 15 Jahre gültig. Das bedeutet, die Maßnahmen können auch erst später umgesetzt werden, wenn zum Beispiel das Kapital dafür da ist. Den Förderbonus gibt es dann trotzdem noch. Das schafft enorme Planungssicherheit. Und noch etwas: Nicht alle geplanten Modernisierungsschritte müssen verpflichtend umgesetzt werden. Der iSFP dient als unverbindliche Empfehlung – Sie entscheiden, was und wann Sie sanieren.

Für welche Maßnahmen gibt es den Förderbonus?

Förderfähig sind Investitionen in die energetische Sanierung der Gebäudehülle, also Dach, Fenster, Außenwand, Türen oder Kellerdecke. Aber auch die Optimierung der Anlagentechnik wie Heizung oder Lüftung wird gefördert. Wichtig ist, dass der fünfprozentige Bonus nur für Maßnahmen gilt, die im iSFP vorgesehen sind. Er gilt nicht rückwirkend für bereits umgesetzte Arbeiten.

Was kostet die Erstellung eines iSFP?

Auch der iSFP selbst wird vom Staat bezuschusst. Für ein Ein- bis Zweifamilienhaus liegt der Eigenanteil bei insgesamt 845 Euro. Mit steigender Zahl der Wohneinheiten erhöht sich dieser, je nach Gebäudegröße, bis auf maximal 1.645 Euro bei Gebäuden mit elf bis 20 Wohneinheiten.

Wer hat Anspruch auf die Beratung?

Grundsätzlich steht der iSFP allen Eigentümern offen, die eine Modernisierung ihrer Immobilie planen und in den letzten Jahren keine geförderte Beratung in Anspruch genommen haben. Außerdem muss das Gebäude zum Zeitpunkt der Antragsstellung mindestens zehn Jahre alt sein. Kundinnen und Kunden der TEAG können die Beratung unkompliziert online beantragen.

Wie wird ein iSFP erstellt und wie lange dauert das?

Einer unserer Mitarbeiter vereinbart einen rund einstündigen Vor-Ort-Termin, bei dem eine detaillierte Datenaufnahme des Hauses erfolgt. Besonders wichtig sind dabei die Baubeschreibung und Bauzeichnungen, damit wir den Ist-Zustand sauber abbilden und das Gebäude in 3D modellieren können. Auf dieser Grundlage erstellen wir dann den iSFP. Für den ganzen Prozess – von Antrag bis zur Auszahlung der Beratungsförderung sollten Sie etwa sechs bis zwölf Wochen einplanen.